{blogtour} Interview mit Dana aus "Shark Temptations - Tanz der Ikonen"


Nervös warte ich vor dem Café Central auf Dana, mit der ich vor ein paar Tagen telefonisch ein Interview vereinbart habe. Während ich nochmal die Interviewfragen gedanklich durchgehe, höre ich auf einmal das Klappern von Absätzen und sehe Dana auf mich zukommen. Nach einer kurzen Begrüßung gehen wir schnell ins Café, um der Kälte zu entfliehen. Zu unserem Glück hat sich diesmal keine Warteschlange gebildet und wir werden direkt an einen Tisch geführt. Unter den Blicken des berühmten Kaiserpaares Franz und Sisi, tauschen wir belanglose Höflichkeiten aus, während wir auf unsere Bestellung warten. Erst nachdem der Kellner uns Kaffee und jeweils ein Stück Sachertorte gebracht hat, beginne ich mit meinen Fragen.

Café Central, Wien
Isabel: Wie ich in unserem Telefonat schon angekündigt habe, interessiere ich mich für Ihre Arbeit und die Beziehung mit und zwischen Ihren Kollegen. Sie arbeiten als Sekretärin für Herrn Merahwi. Ein anspruchsvoller Job, wie ich annehme. Wie lange arbeiten Sie schon für ihn?

Dana: Seit sieben Jahren.

Isabel: Frau Winter beschreibt Sie als „liebenswürdigen Feldwebel“. Stimmen Sie dieser Beschreibung zu?

Dana: Eine muss ja die Bande auf Trab halten. (Sie zwinkert mir zu.) Immerhin ist es mein Job, Herrn Merahwi den Rücken freizuhalten und darauf zu schauen, dass der Laden läuft.

Isabel: Wie würden Sie Frau Winter im Gegenzug betiteln?

Dana: (Lacht) Als liebenswürdigen Feldwebel. Sie hat uns ganz schön im Griff.

Isabel: Wie ist Ihre Beziehung zu Ihrem Chef und Ihren Kollegen. Alles rein beruflich oder haben sich mit der Zeit auch Freundschaften entwickelt?

Dana: Alles rein beruflich, ich würde nie Beruf und Privatleben vermischen. Natürlich versteht man sich mit dem einen oder anderen besser, Jan Kaminski und ich haben zum Beispiel einen sehr guten Draht zueinander. Und andere, ich nenne jetzt keine Namen, könnte man zum Mond schießen, muss aber trotzdem professionell mit ihnen umgehen.

Isabel: Wie würden Sie die Arbeit des Teams beschreiben? Hat sich durch den Neuzugang etwas in der Gruppendynamik verändert?

Dana: Das Kernteam ist wirklich gut, da kommen nur handverlesene Leute hinein. Jeder ist Spezialist und hat sein eigenes Fachgebiet, wie IT (Euphemismus für Hacken), Bildrecherche, Finanzen (Synonym für Briefkastenfirmen, Geldwäsche und solche Sachen), künstlerische Belange und unsere Sicherheitsexpertin. Herr Merahwi koordiniert das Team und legt die Strategie fest. Er ist sehr führungsstark, was bei dem Haufen auch absolut notwendig ist. Ob sich die Gruppendynamik verändert hat? Verschoben nicht, aber deutlich verstärkt. Doktor Melnik hat sich gut ins Team eingefügt, aber es wird noch mehr gezickt als früher.


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Isabel: Wie war der erste Eindruck, den Sie von ihren Kollegen hatten? Allen voran von Julian, da er ja erst kürzlich dazugekommen ist.

Dana: Der gute Doc! Ein schlaues Kerlchen, aber manchmal so richtig naiv. Kennen Sie diese Sonnenscheintypen, bei denen man sich einfach wohlfühlt? So einer ist er. Das bringt natürlich Muffeln wie Dragan in arge Bedrängnis, und Stella hat sowieso ein Problem mit Männern, oder besser gesagt mit allem, was sich bewegt. Die ist ein richtiges Flintenweib. Warum Phil ihn nicht mag, wundert mich, aber das kriege ich schon noch heraus. Am besten dürfte er sich mit Jan verstehen und mit Sylvie natürlich, das ist unsere Rezeptionistin.

Isabel: Wie sieht es mit Stella Fuchs aus? Mein erster Eindruck war, dass ich sie nicht zum Feind haben möchte und aufpassen muss, was ich sage. Wissen Sie, wieso Stella sich so leicht angegriffen fühlt?

Dana: Stella hat eine ganz eigene Macke, fragen Sie mich nicht, was der über die Leber gelaufen ist. Ich glaube, das weiß sie selbst nicht. Sie hat ständig Angst, dass Männer sie anmachen, aber bitte, sehen Sie sich Stella doch mal an. In dem Aufzug, in dem sie daherkommt, ist die Angst ziemlich unbegründet. Aber in ihrem Job ist sie ausgezeichnet, so wie jeder im Team.

Isabel: Ich denke, es gibt sicherlich Männer, die sich von Stellas Auftreten angezogen fühlen und dies als Herausforderung ansehen werden, sie zu erobern.
Alexander Merahwi wirkt sehr kühl und scheint immer zu wissen, wie er auf andere reagieren muss. Ist er im privaten Bereich auch so oder lässt er dort mehr von seinen Gefühlen durchscheinen?

Dana: Ich kenne ihn nur von seiner beruflichen Seite, und da ist er sehr korrekt. Aber es gibt schon Momente, wo etwas anderes aufblitzt. Ich werde ihm jetzt sicher nicht in den Rücken fallen und Ihnen verraten, was. Aber jemand, der so ein Gespür für andere Menschen hat, der kann kein Herz aus Eis haben, das wird Ihnen bestimmt einleuchten.

Isabel: Beim Lesen der Geschichte hatte ich das Gefühl, dass Sie einen starken Beschützerinstinkt für Ihren Chef entwickelt haben. Liege ich da richtig?

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Dana: Eine Testleserin hat mir ja schon eine Affäre mit ihm unterstellt, oder genauer gesagt, sie hat ein Verhältnis zwischen uns befürchtet. Die mochte mich nicht, der war ich wohl zu sehr Feldwebel und zu wenig liebenswürdig. Einerseits gehört es zum Berufsbild. Eine gute Chefsekretärin bildet eine Einheit mit dem Chef, wie zwei miteinander verwachsene Bäume, da passt kein Blatt Papier dazwischen. Sie besorgt das Geschenk für die Geliebte ebenso wie das für die Ehefrau, sie weiß, welche Restaurants er bevorzugt, ob er im Flugzeug lieber am Gang oder beim Fenster sitzt, und hat die Telefonnummer seines Schneiders zusammen mit seiner Kragenweite abgespeichert. Sie filtert die Informationen, wimmelt die Schmarotzer und Wichtigtuer ab und hört die Buschtrommeln und den Büroklatsch ab. Metaphorisch gesprochen. Ich kenne Herrn Merahwi besser als seine eigene Mutter, ich mag ihn und er mag mich. Und wenn irgendjemand diesem Mann weh tut, bekommt er es mit mir zu tun.

Isabel: Da hat er eine treue und loyale Mitarbeiterin in Ihnen gefunden. Aber so wie ich es gelesen habe, weiß er das auch.
Offiziell arbeitet Herr Merahwi als Verhandlungsstratege. Inoffiziell nimmt er auch Aufträge an, die einen Hauch von Kriminalität verlangen. Einbrüche, selbst bei Kriminellen, sind ja letztendlich trotzdem illegal. Wie stehen Sie zu diesem Bereich der Firma?

Dana: Ich würde nicht für ihn arbeiten, wenn ich damit ein Problem hätte. Zeigen Sie mir einen Menschen, der sich an alle Regeln hält! Und wenn es das Überfahren einer Ampel bei Gelb ist, oder man die Kassierin nicht korrigiert, wenn sie sich beim Herausgeben verrechnet hat. Jeder ist irgendwo kriminell, es ist nur eine Frage der Größenordnung. Außerdem macht es die Arbeit herrlich aufregend.

Isabel: Ich hätte wahrscheinlich eher die ganze Zeit Angst, dass irgendein Kollege nicht mehr wiederkehrt. Da bleibe ich doch lieber in einem weniger aufregendem Job.
Möchten Sie sonst noch etwas anmerken?

Dana: Sie sind doch Buchbloggerin, oder? Können Sie mir einen guten Liebesroman empfehlen? Mit so richtig Herz-Schmerz und Happy End? Ich heule immer vor Glück, wenn sich ein Liebespaar findet.

Isabel: Oh, das erwischen Sie leider die falsche Buchbloggerin. Liebesromane fallen sehr, sehr selten in meine Hände und meistens eher in einem historischen Setting mit weniger Herz-Schmerz. Das letzte Buch, bei dem mir die Tränen liefen, war "Das Licht zwischen den Meeren" von M.L. Stedman. Aber vielleicht haben die Leser dieses Interviews ein paar Tipps für Sie. Also liebe Leser, lasst für Dana doch ein paar Buchtipps da.
Vielen Dank für das Gespräch und Ihre Zeit!


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